Mönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt Insolvenzen senkt und wächst
Bernhard WeinholdMönchengladbachs Wirtschaftswunder: Wie die Stadt Insolvenzen senkt und wächst
Mönchengladbach: Eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte in Nordrhein-Westfalen
Während benachbarte Städte mit steigenden Insolvenzzahlen kämpfen, hat Mönchengladbach mit seinen rund 260.000 Einwohnern seine Unternehmenspleiten um fast 8 Prozent reduziert. Der Wandel von der Textilindustrie hin zu Logistik, Gesundheitswesen und hochwertigen Dienstleistungen treibt seit Jahren Wachstum und Stabilität voran.
Der wirtschaftliche Aufschwung der Stadt begann nach 2015, als die Abhängigkeit von der Textilproduktion nachließ. Statt wie ähnlich große Städte wie Krefeld oder Oberhausen zu kämpfen, erfand sich Mönchengladbach neu. Heute prägen Logistik, Maschinenbau und Biotechnologie das Wirtschaftsbild – diese Branchen schaffen über 40 Prozent der neuen Arbeitsplätze. Auch die Nähe zum Flughafen Düsseldorf stärkt Handels- und Vertriebsnetzwerke.
Schlüsselinstitutionen sichern den Fortschritt Die Hochschule Niederrhein sorgt für einen stetigen Nachschub an Fachkräften, während der Mittelstand – seit langem das Rückgrat der lokalen Wirtschaft – für Stabilität sorgt. Die kommunale Gewerbesteuer liegt seit 2016 stabil bei 490 Prozent und schützt Unternehmen vor plötzlichen finanziellen Belastungen.
Zukunftsprojekte festigen den Aufstieg Aktuell laufen Vorhaben wie der Wissens- und Innovationscampus, die Textilfabrik 7.0 und ein neuer Gewerbepark in Flughafennähe. Diese Investitionen – kombiniert mit rückläufigen Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen – heben Mönchengladbach hervor. 2024 belegte die Stadt im IW-Dynamikranking Platz 27 von 401 deutschen Regionen und glänzt damit als positive Ausnahme in einem Bundesland, in dem die Insolvenzen anderswo um bis zu 19 Prozent stiegen.
Resilienz trotz bundesweiter Gegentrends Deutschlandweit stiegen die Unternehmenspleiten um 8 bis 10 Prozent – doch in Mönchengladbach sanken sie um 8 Prozent bei Firmen und 9 Prozent bei Privatpersonen. Diese Widerstandsfähigkeit verdankt die Stadt einer Mischung aus anpassungsfähigen Branchen, gezielter Infrastrukturförderung und einer kommunalen Politik, die auf Kontinuität setzt.
Mit einem jährlichen BIP-Wachstum von 2,5 Prozent seit 2020 übertrifft Mönchengladbach vergleichbare Städte. Der Rückgang der Insolvenzen und der Aufstieg zukunftsträchtiger Sektoren zeigen: Die Transformation gelingt. Während neue Projekte Gestalt annehmen, arbeiten Verwaltung und Wirtschaft daran, diesen Schwung auch in den kommenden Jahren zu halten.






