Moerser Tafel droht Schließung – Stadt sucht verzweifelt neuen Standort
Bernhard WeinholdMoerser Tafel droht Schließung – Stadt sucht verzweifelt neuen Standort
Die Tafel in Moers steht vor einer ungewissen Zukunft, da ihr Mietvertrag ausläuft. Die Stadt Moers unterstützt nun die Suche nach einem neuen Standort für den unverzichtbaren Dienst. Dies geschieht zu einer Zeit, in der die Tafeln in ganz Nordrhein-Westfalen unter zunehmendem Druck stehen – monatlich versorgen sie bis zu 400.000 Bedürftige.
Die Moerser Tafel spielt eine zentrale Rolle in der Region: Sie fungiert als logistisches Zentrum und beliefert 14 weitere Tafeln im Niederrhein-Gebiet. Ohne neue Räumlichkeiten könnten nicht nur ihre eigenen Abläufe, sondern auch die Arbeit der von ihr abhängigen kleineren Standorte ins Stocken geraten.
Das Problem betrifft nicht nur Moers. Auch die Tafeln in Düsseldorf und Bonn kämpfen mit Schwierigkeiten bei ihren Immobilien. Raffaele Corda, der seit 14 Jahren ehrenamtlich die Moerser Tafel leitet, könnte zurücktreten, falls keine Lösung gefunden wird.
Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl weist auf grundlegendere Sorgen hin. Er argumentiert, dass die Abhängigkeit von Tafeln – die auf Spenden angewiesen sind – instabil sei. Es gebe keinen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung, was die Betroffenen in eine prekäre Lage bringe. In Nordrhein-Westfalen muss eine alleinstehende Person, die Bürgergeld erhält, mit 563 Euro im Monat auskommen.
Über 170 lokale Tafeln sind im gesamten Bundesland aktiv. Zwar liegen keine genauen Nutzungszahlen vor, doch die Nachfrage nach ihren Leistungen bleibt hoch.
Die Suche nach einem neuen Standort für die Moerser Tafel geht mit Rückendeckung der Stadt weiter. Bleibt das Problem ungelöst, könnte eine Schließung Tausende treffen, die auf ihre Lebensmittelhilfen angewiesen sind. Gleichzeitig bleibt die übergeordnete Herausforderung der Ernährungsunsicherheit bestehen – viele kämpfen trotz bestehender Sozialleistungen darum, sich das Nötigste leisten zu können.






