Moers stärkt jüdisches Erbe mit neuer Schirmherrschaft und Stolpersteinen
Isabella ReinhardtMoers stärkt jüdisches Erbe mit neuer Schirmherrschaft und Stolpersteinen
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers hat unter neuer Schirmherrschaft ihre Verbindungen zur Stadt vertieft. Bürgermeisterin Julia Zupancic begrüßte den Vorstand offiziell und sicherte ihre Unterstützung für die Bewahrung des jüdischen Erbes sowie den Kampf gegen Antisemitismus zu. Die Gruppe stellte zudem eine neue Broschüre vor, die die verblassenden Spuren jüdischen Lebens in der Region dokumentiert.
Die Gesellschaft ist tief in Moers verwurzelt und hat sich über die Jahre aus lokalen Initiativen entwickelt. Sie pflegt enge Kontakte in ganz Deutschland und brachte die renommierte Buber-Rosenzweig-Medaille in die Stadt – ausgezeichnet wurden damit Persönlichkeiten wie Heinz Kremers und Nikolaus Schneider.
Ein zentrales Anliegen bleibt die Einbindung jüngerer Generationen. Durch Kooperationen mit Schulen und das Engagement der Vorstandsmitglieder Daniel Schirra und Julian Müller wird die Erinnerung wachgehalten. Die Stadt selbst setzt seit den 1990er-Jahren ein deutliches Zeichen der Erinnerung: Über 300 Stolpersteine wurden verlegt – eine Zahl, die mit Nachbarstädten wie Krefeld vergleichbar ist, aber deutlich hinter Köln (über 2.500) oder Düsseldorf (rund 800) zurückbleibt.
Die neu erschienene Broschüre «Spuren jüdischen Lebens» erkundet die wenigen noch sichtbaren Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit Moers'. Sie beleuchtet die frühe Gemeinschaftsgeschichte und ist für drei Euro in öffentlichen Einrichtungen der Stadt erhältlich. Die Vorstellung markierte zugleich den offiziellen Beginn von Bürgermeisterin Zupancics Schirmherrschaft über den Verein.
Die Arbeit der Gesellschaft wächst weiter, gestützt durch lokale Führungskräfte und Bildungspartnerschaften. Mit der Broschüre und den Stolperstein-Projekten bleibt die jüdische Geschichte Moers' sichtbar und zugänglich. Dank der Unterstützung der Bürgermeisterin sind weitere Initiativen gegen Antisemitismus und für die Bewahrung des Gedenkens zu erwarten.






