15 April 2026, 16:11

Lohnstreit im Duisburger Hafen eskaliert: Verdi fordert flächendeckenden Tarifvertrag

Plakat mit zwei Personen vor einem Berg- und Baumhintergrund, mit Text 'Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die faire Löhngleichheit ist in Ordnung, aber ich will Arbeit'.

Lohnstreit im Duisburger Hafen eskaliert: Verdi fordert flächendeckenden Tarifvertrag

Streit um Löhne und Arbeitsbedingungen spitzt sich im Duisburger Hafen zu

Am Duisport, einem der größten Binnenhäfen Deutschlands, eskaliert ein Konflikt um Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Betriebsrat des Unternehmens vor, die Interessen der Arbeiter nicht ausreichend zu vertreten. Gleichzeitig berichten Beschäftigte von deutlich niedrigeren Löhnen im Vergleich zu tarifgebundenen öffentlichen Häfen in der Region.

Die Auseinandersetzung verschärfte sich, nachdem Verdi eine Umfrage unter über 200 Beschäftigten des Duisporter Hafens, seiner Tochtergesellschaften und weiterer nicht tarifgebundener Hafenbetriebe durchgeführt hatte. Die nicht repräsentative Erhebung ergab, dass 95 Prozent der Befragten die Einführung eines Tarifvertrags befürworten. Verdi stellt damit die Behauptung des Unternehmens infrage, bereits "über Tarif" zu zahlen – und das ohne verbindliche Vereinbarung.

Sören Brandes, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, kritisierte den Betriebsrat scharf als "nichts weiter als ein Schoßhündchen der Geschäftsführung". Er warf dem Gremium vor, Arbeiter von Verhandlungen auszuschließen und ihre Anliegen zu ignorieren. Brandes forderte zudem einen flächendeckenden Tarifvertrag, der sowohl den Duisburger Hafen als auch die Duisport AG umfasst.

Die Lohnunterschiede zwischen Duisport und tarifgebundenen Häfen sind eklatant: Laut Verdi verdient ein Arbeiter im Duisporter Hafen als Einstiegsgehalt brutto 2.750 Euro bei einer 40-Stunden-Woche. Zum Vergleich: Kranführer in tarifgebundenen Häfen wie Hamburg oder Bremerhaven erhalten rund 5.000 Euro brutto – zuzüglich erheblicher Zulagen – bei einer Arbeitszeit von nur 35 Stunden.

Duisport steht teilweise in öffentlichem Besitz: Die Stadt Duisburg hält ein Drittel der Anteile, das Land Nordrhein-Westfalen die restlichen zwei Drittel. Vier Hafenarbeiter hatten sich kürzlich öffentlich gegen das Unternehmen geäußert und beklagt, dass Löhne und Arbeitsbedingungen hinter denen benachbarter öffentlicher Häfen zurückbleiben.

Die Spannungen bleiben hoch, während Verdi auf bessere Vertretung und faire Bezahlung pocht. Gleichzeitig wächst die Kritik am Betriebsrat – sowohl vonseiten der Gewerkschaft als auch der Belegschaft.

Der Konflikt offenbart tiefe Gräben in Sachen Entlohnung und Arbeitsbedingungen beim Duisporter Hafen. Mit der Forderung nach einem Tarifvertrag und wachsender Unzufriedenheit unter den Beschäftigten steigt der Druck auf Unternehmensführung und Betriebsrat. Das Ergebnis könnte die Arbeitsbeziehungen in einem der wichtigsten Binnenhäfen Deutschlands nachhaltig verändern.

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