Historischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
Bernhard WeinholdHistorischer Cum-Ex-Prozess in Siegburg: Drei Banker wegen 280-Millionen-Betrugs angeklagt
In Siegburg bei Bonn hat ein großer Cum-Ex-Steuerprozess begonnen. Drei ehemalige Banker müssen sich wegen des Vorwurfs verantworten, durch komplexe Aktiengeschäfte Millionen an Steuern hinterzogen zu haben. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein mutmaßlicher Betrug in Höhe von 280 Millionen Euro.
Die Verhandlung findet in einem eigens errichteten Gerichtssaal am Landgericht Bonn statt. Zwei der Angeklagten waren zuvor bei der Privatbank M.M. Warburg beschäftigt, ein dritter wird beschuldigt, die Machenschaften unterstützt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, durch Cum-Ex-Geschäfte Steuern erstattet bekommen zu haben, die nie tatsächlich gezahlt wurden.
Das Verfahren soll mindestens 53 Verhandlungstage umfassen und bis Mitte Dezember dauern. Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Köln geführt, der Prozess selbst findet jedoch in Siegburg statt. Die Behörden haben angekündigt, dass noch in diesem Jahr bis zu sieben weitere Anklagen folgen könnten.
Der Fall ist Teil einer umfassenden Ahndung von Cum-Ex-Geschäften, bei denen Steuerlücken ausgenutzt wurden. Den drei Angeklagten wird groß angelegte Steuerhinterziehung sowie Beihilfe zu dem System vorgeworfen.
Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten erhebliche Strafen für ihre mutmaßliche Rolle in dem 280-Millionen-Euro-Betrug. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf weitere laufende Cum-Ex-Ermittlungen haben. Bis Jahresende werden weitere Anklagen erwartet.






