Gescheiterte Abschiebung in Paderborn: Issa al H. bleibt vorerst unauffindbar
Isabella ReinhardtGescheiterte Abschiebung in Paderborn: Issa al H. bleibt vorerst unauffindbar
Geplante Abschiebung von Issa al H. aus Paderborn scheitert im Juni 2023
Im Juni 2023 scheiterte die geplante Abschiebung von Issa al H. aus Paderborn, nachdem Beamte ihn in seiner Unterkunft nicht antrafen. Der Vorfall ereignete sich in der ehemaligen Dempsey-Kaserne, einer Einrichtung, die bereits mehrfach durch gescheiterte Abschiebungen in die Schlagzeilen geriet. Die Behörden bestätigten später, dass an diesem Tag keine weiteren Versuche unternommen wurden, ihn abzuschieben.
Am 5. Juni 2023 trafen Einsatzkräfte in der Paderborner Einrichtung ein, um Issa al H. abzuschieben. Die Aktion dauerte etwa 30 Minuten, doch von dem Mann fehlte jede Spur. Gegen Mittag kehrte er jedoch in die Kaserne zurück.
Während des gescheiterten Versuchs durften die Beamten die Zimmer anderer Bewohner nicht durchsuchen. Ein Mitarbeiter erklärte später, die Ausländerbehörde verzichte aus Arbeitsüberlastung auf solche Maßnahmen. Die Einrichtung hatte sich einen Ruf als „Schwerpunkt für gescheiterte Abschiebungen“ erworben – oft warnten sich die Bewohner gegenseitig vor anstehenden Kontrollen durch die Behörden.
Vier Verantwortliche – drei Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde Bielefeld und ein Polizist – sagten vor einem Untersuchungsausschuss zu dem Vorfall aus. Seit dem Anschlag von Solingen müssen Einsatzkräfte nach jeder gescheiterten Abschiebung einen schriftlichen Bericht anfügen. Nach dem missglückten Versuch wurde kein weiterer Anlauf unternommen, Issa al H. abzuschieben.
Der gescheiterte Fall unterstrich die anhaltenden Probleme in der Paderborner Einrichtung. Die Beamten verließen die Kaserne ohne Issa al H., und es folgten keine weiteren Maßnahmen. Später wurden neue Meldepflichten eingeführt, um solche Vorfälle künftig detaillierter zu dokumentieren.






