26 April 2026, 12:14

Evonik-Chef fordert Abschaffung des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile für Europa

Eine Balkendiagramm, das Europas Abhängigkeit von russischem Erdgas veranschaulicht, mit spezifischen Prozentangaben für jedes Land.

Evonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef fordert Abschaffung des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile für Europa

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) abzuschaffen. Er behauptet, die aktuellen Regeln benachteiligten die europäische Industrie massiv gegenüber globalen Konkurrenten, die niedrigere Kosten und stärkere staatliche Unterstützung genießen.

Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert über eine Obergrenze für Treibhausgasemissionen und ermöglicht Unternehmen den Handel mit Zertifikaten. Doch Kullmann argumentiert, das System schade mittlerweile der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie. Er verweist auf Konkurrenten in Regionen, in denen Regierungen hohe Subventionen gewähren und die Energiepreise niedrig bleiben.

Kullmann kritisierte zudem den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) als "bürokratischen Trick ohne echte Wirkung". Die Maßnahme, die Importe anhand ihres CO₂-Fußabdrucks besteuern soll, gehe am Kernproblem vorbei, so der Evonik-Chef. Stattdessen warnte er, Europa riskiere, Waren zu importieren, die unter deutlich höheren Emissionsstandards produziert werden – zum Schaden für Wirtschaft und Klimaziele gleichermaßen.

Seine Forderungen kommen zu einer Zeit, in der sich die globalen Wirtschaftsbedingungen verschärfen. Angesichts steigender Energiekosten und erstarkender ausländischer Konkurrenten besteht Kullmann darauf, dass das EU-EHS grundlegend reformiert oder abgeschafft werden muss, um die europäische Industrie wettbewerbsfähig zu halten.

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Kullmanns Äußerungen spiegeln die wachsende Unzufriedenheit unter Industrievertretern mit der EU-Klimapolitik wider. Das aktuelle System, so seine Kritik, verlagere lediglich die Produktion ins Ausland, ohne die globalen Emissionen spürbar zu senken. Sein Aufruf zu Reformen erhöht den Druck auf die Politik, neu zu überdenken, wie Europa ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit in Einklang bringen kann.

Quelle