Essen sammelt Meinungen zur Olympiabewerbung per Bierdeckel-Aktion
Ferdinand WeimerEssen sammelt Meinungen zur Olympiabewerbung per Bierdeckel-Aktion
Essen führt neue Methode ein, um Bürgermeinungen zur Rhein-Ruhr-Olympiabewerbung zu sammeln
Die Stadt Essen setzt mit ihrem Bürgerportal "unsere Stadt" auf eine ungewöhnliche Idee: "Pottdeckel" – angelehnt an den Spitznamen "Pott" für das Ruhrgebiet – verwandelt Bierdeckel in Diskussionsanlässe. Rund 50 lokale Kneipen und Cafés verteilen ab sofort die speziellen Deckel, die mit Fragen zur Austragung der Olympischen Spiele 2032 bedruckt sind.
Jeder "Pottdeckel" enthält zwei QR-Codes. Der eine führt zu Informationen über die Bewerbung, der andere zu einer Plattform, auf der Bürger ihre Meinung äußern können – ganz ohne Anmeldung oder Angaben persönlicher Daten. Die Teilnahme ist damit schnell, unkompliziert und anonym möglich.
"Wir holen die Olympiadiskussion in den Alltag", erklärt Oberbürgermeister Thomas Kufen. Statt formeller Veranstaltungen können sich die Essener nun beim gemütlichen Feierabendbier einbringen. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit der Privatbrauerei Jacob Stauder, deren Gaststättennetz die Bierdeckel in der ganzen Stadt verteilt.
Die analoge Aktion ergänzt die breiter angelegte Kommunikationsstrategie der Bewerbung. Künftige "Pottdeckel"-Kampagnen sollen auch andere lokale Themen aufgreifen – das Ziel ist, den Dialog über die Olympischen Spiele hinaus lebendig zu halten. "Wo Menschen ohnehin zusammenkommen, sollen Gespräche entstehen", so das Motto.
Die öffentliche Abstimmung über die Rhein-Ruhr-Bewerbung – zu der Städte wie Dortmund, Essen und Düsseldorf gehören – findet am 19. April 2026 statt. Die Wahlunterlagen werden zwischen dem 9. und 29. März 2026 verschickt, die Stimmabgabe ist bis 16 Uhr am Wahltag möglich. Fragen oder Nachforderungen von Unterlagen sind vom 30. März bis 18. April 2026 möglich.
Mit "Pottdeckel" schafft Essen eine niedrigschwellige Möglichkeit, sich zur Olympiabewerbung zu äußern. Indem die Stadt die Diskussion dorthin bringt, wo Menschen ohnehin zusammenkommen, hofft sie auf ein breiteres Meinungsbild vor der Abstimmung 2026. Gleichzeitig dient das Projekt als Modell für künftige Debatten zu kommunalen Themen – in einem Format, das die Bürger dort abholt, wo sie sind.






