11 April 2026, 04:09

Escape Room in Marl zeigt: So schwer ist Integration für Geflüchtete wirklich

Plakat, das Gebührenbefreiungen für über 1.000 Coursera-Kurse für Flüchtlinge ankündigt, mit mehreren Personen im Hintergrund, die Taschen tragen.

Escape Room in Marl zeigt: So schwer ist Integration für Geflüchtete wirklich

Flucht nach Marl: Ein Escape Room zeigt, wie schwer es ist, in einem neuen Land Fuß zu fassen

Ein Escape Room in Marl vermittelt Einheimischen einen Eindruck von den Herausforderungen, mit denen Geflüchtete bei der Integration in ein neues Land konfrontiert sind. Unter dem Titel "Unbekannte Unbehagen" durchlaufen die Teilnehmer eine Reihe von Rätseln, um einen Aufenthaltstitel zu "erspielen" – ganz ähnlich wie Geflüchtete sich durch undurchsichtige Bürokratie kämpfen müssen. Das von der Flüchtlingshilfe Bonn organisierte Projekt wird für seinen immersiven Ansatz gelobt, der Empathie fördern soll.

Der Escape Room ist im insel-VHS-Bildungszentrum für Erwachsene in Marl eingerichtet. Hier müssen Besucher unter Zeitdruck Aufgaben lösen, um symbolisch ihre Aufenthaltsgenehmigung zu "verdienen". Anders als klassische Escape Rooms spiegelt diese Erfahrung reale Schwierigkeiten wider – viele Teilnehmer sind von der Konfrontation mit den Hürden sichtlich überfordert. Ziel ist es, Menschen ohne Fluchterfahrung die täglichen Kämpfe von Neuankömmlingen begreifbar zu machen.

Auch Marls Bürgermeister Thomas Terhorst hat die Ausstellung selbst ausprobiert und sprach später im Interview mit der WDR Lokalzeit über seine Eindrücke. Er lobte das Projekt als wirksames Mittel, um das Verständnis unter den Bürgern zu stärken, und bezeichnete es als wichtigen Schritt, um Perspektivunterschiede zu überbrücken. Die Initiative entsteht in Zusammenarbeit zwischen der Stadt Marl und der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.

Nach der Station in Marl zieht der Escape Room weiter nach Duisburg, wo noch mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, sich für einen Moment in die Lage von Geflüchteten zu versetzen. Die Veranstalter hoffen, dass die temporäre Ausstellung nachhaltig prägt, wie Gemeinden Integration wahrnehmen und unterstützen.

Bereits jetzt hinterlässt der Escape Room einen bleibenden Eindruck: Teilnehmer beschreiben die Herausforderungen als Augen öffnend. Indem das Projekt den Druck von Bürokratie und Neuansiedlung simuliert, bietet es eine greifbare Methode, um Empathie zu wecken. Der nächste Halt in Duisburg wird die Reichweite erweitern und die Debatte über Fluchterfahrungen in Deutschland weiterführen.

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