20 March 2026, 18:10

Elektrische Anhänger revolutionieren den Schwerlastverkehr mit mehr Reichweite und weniger Spritverbrauch

Schwarzes und weißes Foto eines Schwerlastanhängers mit einer Tragfähigkeit von 14 Tonnen, das Textdetails am unteren Rand zeigt.

Elektrische Anhänger revolutionieren den Schwerlastverkehr mit mehr Reichweite und weniger Spritverbrauch

Ein deutsches Start-up revolutioniert den Schwerlastverkehr mit elektrischen Anhängern, die Spritkosten senken und die Reichweite verlängern

Das in Aachen ansässige Unternehmen Trailer Dynamics hat das Konzept entwickelt, nachdem der Ingenieur Abdullah Jaber 2018 einen elektrisch unterstützten Anhänger vorgeschlagen hatte. Die Technologie gewinnt nun als praktische Lösung für den Fernverkehr an Fahrt.

Das E-Anhänger-System funktioniert, indem ein elektrischer Antriebsstrang und ein Akkupack in einen Standardanhänger integriert werden. In Kombination mit einem Diesel- oder E-Lkw kann es den Kraftstoffverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren – im Schnitt liegen die Einsparungen bei etwa 40 Prozent, besonders bei Steigungen oder schweren Lasten. Auch Fahrer profitieren, da der E-Anhänger Pausen ermöglicht, ohne dass unterwegs Ladestopps nötig sind.

Ein weiterer großer Vorteil ist die Reichweite: Während ein herkömmlicher E-Lkw pro Ladung meist nur 350 bis 450 Kilometer schafft, erhöht sich diese mit einem E-Anhänger auf 800 bis 900 Kilometer. Die Anhänger laden über CCS-Stecker und unterstützen Gleichstrom-Schnellladen mit bis zu 350 kW – bei Weiterentwicklungen der Branchenstandards wären sogar noch höhere Ladeleistungen möglich.

Trailer Dynamics bietet verschiedene Modelle an, darunter E-Kastenanhänger, E-Plane mit Planenaufbau und demnächst einen E-Kühlanhänger für temperaturempfindliche Güter. Allerdings verringert das zusätzliche Gewicht von Akkus und Antriebskomponenten die Nutzlast um 2,2 bis 5,5 Tonnen. Die EU prüft derzeit regulatorische Ausnahmen, um dieses Problem zu lösen.

Die Kosten bleiben eine Hürde: Die Preise liegen zwischen 140.000 und 220.000 Euro pro Einheit, vor allem wegen der teuren Batteriesysteme. Dennoch ist Geschäftsführer Michael W. Nimtsch überzeugt, dass E-Anhänger entscheidend für die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs sind. Das Unternehmen ist Teil einer größeren europäischen Initiative, an der auch Firmen wie Aral pulse, Juna und E.ON Drive Infrastructure mitwirken, die Ladeinfrastruktur und E-Lkw-Flotten auf dem Kontinent ausbauen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

E-Anhänger könnten eine praktische Brücke zwischen herkömmlichen Diesel-Lkws und der vollständigen Elektrifizierung schlagen. Durch geringeren Verbrauch, größere Reichweite und vereinfachte Logistik könnten sie eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung der Emissionen im Schwerverkehr spielen. Ihr Erfolg hängt jedoch von sinkenden Kosten, regulatorischer Unterstützung und dem weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur ab.

Quelle