Deutsche und japanische Physiker warnen gemeinsam vor Atomwaffen und fördern friedliche Forschung
Ferdinand WeimerDeutsche und japanische Physiker warnen gemeinsam vor Atomwaffen und fördern friedliche Forschung
Die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) und die Physikalische Gesellschaft Japans (JPS) haben eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sie sich für die friedliche Nutzung der Wissenschaft einsetzen und vor nuklearen Bedrohungen warnen. Die Vereinbarung wurde während eines Treffens in Münster geschlossen, wo Vertreter beider Organisationen auch an einem Bürgerempfang im Vorfeld einer großen Quantphysik-Veranstaltung teilnahmen.
Bürgermeister Tilman Fuchs begrüßte die Delegation und betonte die Rolle der Stadt als Förderin des internationalen Dialogs und der Zusammenarbeit. Am 14. November unterzeichneten DPG-Präsident Klaus Richter und JPS-Präsident Seiji Miyashita die Erklärung im Bürgerhaus des historischen Rathauses von Münster. Das Dokument thematisiert die Gefahren von Atomwaffen und wirbt gleichzeitig für eine verantwortungsvolle Anwendung des wissenschaftlichen Fortschritts.
Am folgenden Tag übernahm die DPG die Schirmherrschaft über Quantum 100, die nationale Abschlussveranstaltung des deutschen Quantum-Jahres. In der Halle Münsterland umfasste das Programm eine Ausstellung zu Anwendungen der Quantenphysik, Fachvorträge und ein Konzert mit dem Titel Fundamentale Wechselwirkungen. Bürgermeister Fuchs hatte die DPG- und JPS-Vertreter zuvor im Friedenssaal empfangen und damit die Tradition Münsters als Ort des grenzüberschreitenden Verständnigs unterstrichen.
Mit über 52.000 Mitgliedern zählt die DPG zu den größten physikalischen Fachgesellschaften weltweit. Abgesehen von der Zusammenarbeit mit der JPS sind jedoch in den letzten Jahren keine weiteren Initiativen zur Aufklärung über nukleare Risiken oder zur Förderung der friedlichen Nutzung der Wissenschaft dokumentiert worden. Die Erklärung besiegelt das formelle Engagement deutscher und japanischer Physiker, sich mit den Gefahren der Atomtechnologie auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung Quantum 100 präsentierte zudem der Öffentlichkeit moderne Physik und verband Forschung mit kultureller Begegnung.
Münsters Rolle als Gastgeber der Treffen und der Veranstaltung festigt seinen Ruf als Zentrum für wissenschaftlichen und diplomatischen Austausch.






