Bergisch Gladbach treibt trotz Haushaltsstreit dringende Sanierungen voran
Ante TextorBergisch Gladbach treibt trotz Haushaltsstreit dringende Sanierungen voran
Der Stadtrat von Bergisch Gladbach hat trotz anhaltender Haushaltsstreitigkeiten wichtige Infrastrukturprojekte vorangetrieben. In dieser Woche wurden zwei zentrale Beschlüsse gefasst: dringende Elektroarbeiten im Bürgerzentrum Bergischer Löwe sowie vorübergehende Sanierungsmaßnahmen im Jugendzentrum Q1. Beide Vorhaben fanden breite Zustimmung, auch wenn die Debatten Spannungen über Kosten und langfristige Planung offenbarten.
Das drängendste Problem betraf die marode Elektroinstallation im Bergischen Löwen. Alexandra Meuthen, Leiterin des städtischen Liegenschaftsamts, warnte, dass die Verkabelung in einem gefährlichen Zustand sei und ein hohes Risiko für Wasserschäden bestehe. Die Verwaltung beantragte 2,5 Millionen Euro für Sofortmaßnahmen und argumentierte, dass die Arbeiten gleichzeitig als Grundlage für künftige Sanierungen dienen würden. Zwar hinterfragte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Waldschmidt, ob eine Teilmodernisierung ohne Gesamtkonzept sinnvoll sei, doch im März 2026 stimmte eine Mehrheit schließlich für die Mittelbereitstellung.
Im Jugendzentrum Q1 am Quirlsberg genehmigten die Verantwortlichen 250.000 Euro für vorübergehende Brandschutz- und Elektroverbesserungen. Diese Übergangslösung soll den Betrieb aufrechterhalten, während die Pläne für einen neuen Jugendtreff in der Oberen Hauptstraße konkretisiert werden. Die 250 Quadratmeter große Fläche im geplanten Neubau ist für die gemeinsame Nutzung durch Pfadfindergruppen und das Kita-Museum vorgesehen; die Details sollen mit den künftigen Nutzern abgestimmt werden.
Die Haushaltsverhandlungen bleiben jedoch umstritten. Die CDU drängte auf erhebliche Kürzungen im Entwurf von Bürgermeister Marcel Kreutz und war für eine Mehrheit auf die Unterstützung von SPD und Grünen angewiesen. Um eine Pattsituation zu vermeiden, einigten sich alle drei Parteien darauf, die endgültige Abstimmung über den Haushalt 2026 und den Stellenplan auf die nächste Sitzung des vollen Stadtrats am kommenden Dienstag zu vertagen. Ihre Zusammenarbeit ist zwar pragmatisch, aber angespannt – statt einer festen Allianz bewerten die Parteien die Projekte jeweils einzeln.
Trotz der Differenzen zeigten die Ausschüsse in Sachen kritischer Infrastruktur Geschlossenheit. Sowohl der Jugendhilfeausschuss als auch der Haushaltsausschuss stimmten mit großer Mehrheit für die Sanierung des Jugendzentrums und die Elektroarbeiten im Bergischen Löwen. SPD und CDU äußerten zwar Bedenken zu den Kosten, schlossen sich aber letztlich den Grünen an und billigten die Maßnahmen.
Die beschlossenen Arbeiten werden akute Sicherheitsrisiken sowohl im Bergischen Löwen als auch im Q1-Jugendzentrum beheben. Die Elektrosanierung im Bürgerzentrum soll zeitnah beginnen, während das Q1 mit den vorübergehenden Lösungen bis zur Eröffnung des neuen Jugendtreffs weiterbetrieben wird. Ob der Gesamtetat eine ähnlich breite parteiübergreifende Zustimmung findet, wird sich in der kommenden Woche bei der Sitzung des vollen Stadtrats zeigen.






