Atomtransport erreicht Ahaus – Proteste trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen
Isabella ReinhardtAtomtransport erreicht Ahaus – Proteste trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen
In den frühen Morgenstunden des Mittwochs traf ein Transport mit atomarem Abfall in Ahaus ein. Die Lieferung, die vom Forschungszentrum Jülich aus gestartet war, stieß trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen auf Proteste. Die Behörden meldeten keine Zwischenfälle während der 170 Kilometer langen Fahrt durch Nordrhein-Westfalen.
Der Konvoi hatte Jülich gegen 10 Uhr verlassen und transportierte einen Castor-Behälter unter strengem Schutz. Begleitet wurde der Transport von Strahlenmessstellen, Anti-Drohnen-Abwehrsystemen und Spezialeinheiten. Es war nicht das erste Mal, dass ein solcher Transport auf Widerstand stieß – bereits 1994 hatte es bei einer Lieferung nach Ahaus Massenblockaden gegeben.
Vor dem Zwischenlager versammelten sich Demonstranten zum Protest. Die Organisatorin Hanna Poddig hatte zuvor mit der Polizei verhandelt, um den Protestierenden die Anreise mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Sie forderte, alle Atomtransporte zu stoppen, bis ein Endlager für den Atommüll gefunden sei.
Innenminister Herbert Reul räumte die Kontroversen ein, äußerte jedoch die Hoffnung, dass sich die öffentliche Besorgnis mit der Zeit durch wiederholte Transporte verringern könnte. Bis zu 150 weitere Lieferungen sind geplant, die zu den bereits in Ahaus eingelagerten 305 Behältern hinzukommen werden. Patrick Schlüter, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), kritisierte den Zeitpunkt der Aktion und verwies auf die angespannten Sicherheitsressourcen.
Der jüngste Transport erreichte ohne Störungen sein Ziel, doch die Proteste hielten an. In Ahaus lagern bereits 305 Behälter, weitere 151 sollen in künftigen Transporten aus Jülich folgen. Die Behörden betonen, dass die Sicherheitsmaßnahmen für jede Fahrt weiterhin streng bleiben werden.






