ARD-Podcast Klang der Macht entlarvt Musik als Werkzeug der Macht – während Kölns Milliardentheater endlich öffnet
Ferdinand WeimerARD-Podcast Klang der Macht entlarvt Musik als Werkzeug der Macht – während Kölns Milliardentheater endlich öffnet
Ein neuer ARD-Podcast erkundet die Verbindungen zwischen Musik, Macht und Kultur, während sich in Deutschlands Theater- und Orchesterszene tiefgreifende Veränderungen vollziehen. Die Reihe Klang der Macht ist mit sechs Folgen gestartet und präsentiert hochkarätige Gespräche zu Themen von Stasi-Akten bis zum Panama-Skandal. Gleichzeitig prägen Führungswechsel und ambitionierte Projekte – darunter die lang ersehnte Eröffnung des Kölner Milliardentheaters – die kulturelle Landschaft des Landes neu.
Der ARD-Podcast Klang der Macht ist ab sofort verfügbar und bietet sechs in sich abgeschlossene Folgen. Zu Gast sind unter anderem der ehemalige DDR-Spitzenpolitiker Hans Modrow, die Theaterregisseurin Christine Mielitz und der Investigativjournalist Frederik Obermaier. Die Gespräche reichen von der politischen Geschichte des Semperopernballs über die Rolle der Musik in den Stasi-Archiven bis hin zu den Finanzskandalen, die durch die Panama Papers aufgedeckt wurden.
In Wien sorgt Stefan Herheims Inszenierung der Fledermaus am Theater an der Wien mit ihrem mutigen Ansatz für Aufmerksamkeit. Als künstlerischer Leiter des Hauses setzt Herheim weiterhin auf provokante Akzente, doch Details zu seinen konkreten Regieentscheidungen für diese Produktion bleiben rar. Kritische Stimmen melden sich unterdessen zu ZDFs klassischem Programm zu Wort: Ein Kommentator bezeichnet es als "grell" und veraltet. Die Angebote des Senders, so die Kritik, vermöchten es weder, jüngere Zuschauer zu begeistern, noch die Kunstform zeitgemäß zu präsentieren.
Auch in der Orchesterwelt stehen Führungswechsel an: Julia Hofmann wird Robin von Olshausen in der Leitung von unisono, dem Orchesterverband, unterstützen, während Christian Kircher das Amt im März 2026 verlassen wird. Der Wechsel fällt in eine Phase, in der sich die Organisation auf künftige Herausforderungen in Finanzierung und Zuschauerentwicklung vorbereitet.
Eines der meist erwarteten kulturellen Ereignisse bleibt die Eröffnung des neuen Kölner Theaters. Nach 13 Jahren Bauzeit und Kosten von über 1,5 Milliarden Euro feiert es am 24. September 2026 endlich Premiere. Das Projekt gilt als das teuerste Kulturgebäude der deutschen Nachkriegsgeschichte und verspricht modernste Aufführungsbedingungen. Unter den literarischen Empfehlungen findet sich Elfriede Jelineks poetische Auseinandersetzung mit Oper und Zuhören, die für die Reihe Lerchenberg vorgeschlagen wird.
Der Podcast widmet sich zudem historischen Persönlichkeiten wie Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Wiederentdeckung Bachs und Reformen an der Gewandhauskapelle die klassische Musik nachhaltig prägten. Sein Einfluss wirkt bis heute auf Musiker und Institutionen nach.
Klang der Macht bietet eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Schnittstellen von Musik und Politik – angereichert durch Beiträge zentraler Kulturpersönlichkeiten. Die bevorstehende Eröffnung des Kölner Theaters markiert nach Jahren der Verzögerungen und Rekordausgaben einen Meilenstein. Während in der Orchesterlandschaft Führungswechsel anstehen, bleibt die Debatte darüber, wie sich klassische Programme modernisieren und breitere Zielgruppen erreichen lassen, aktuell wie nie.






