30 March 2026, 16:17

Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper polarisiert

Schwarz-weiß-Illustration von tanzenden Menschen vor einem Gebäude mit Laternen und einer wandmontierten Tafel, beschriftet mit 'Der Tanz der Oper' unten.

Anna Netrebkos triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper polarisiert

An der Berliner Staatsoper Unter den Linden feierte eine mutige Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko, die in der Hauptrolle der Amelia an die deutsche Hauptstadt zurückkehrte. Die unter der Regie von Rafael R. Villalobos entstandene Produktion erntete sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelt Buhrufe aus dem Publikum.

Auch vor dem Opernhaus kam es zu Protesten: Rund 50 Demonstranten schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen gegen Netrebkos frühere Verbindungen zu Russland.

Die fast dreistündige Aufführung von Verdis Oper erhielt starke Anerkennung für Sänger:innen und Musiker:innen. Villalobos' Inszenierung griff Elemente der queeren Ballroom-Kultur auf und bezog sich auf die AIDS-Krise – was bei Teilen des Publikums auf Ablehnung stieß.

Netrebko, die die russische und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, trat zuletzt im Sommer 2023 an der Berliner Staatsoper auf. Seither hat sich die öffentliche Debatte in Deutschland über ihre angeblichen Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin beruhigt. Bis 2025 kehrte sie an große Bühnen wie die Wiener Staatsoper und das Bayerische Staatsoper in München zurück, weitgehend ohne Proteste. Kritiker:innen und Publikum konzentrierten sich zunehmend auf ihre gesanglichen Leistungen statt auf frühere Kontroversen.

Die Demonstranten am Premierenabend warfen Netrebko vor, Putin zu unterstützen, und verwiesen auf ihre Geburtstagsfeier 2014 im Moskauer Kreml. Ihre Vertreter betonen jedoch, sie habe den Krieg in der Ukraine inzwischen verurteilt. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Wiener Staatsoper, merkte an, Netrebko habe sich öffentlich von Russland distanziert und sei seitdem nicht dorthin zurückgekehrt.

Trotz der Proteste erhielt die Sopranistin während der Vorstellung begeisterten Applaus. Die veränderte öffentliche Wahrnehmung seit 2023 spiegelt einen allgemeinen Wandel wider: Weg von politischer Prüfung, hin zu einer erneuten Wertschätzung ihrer Kunst.

Netrebkos Rückkehr nach Berlin markiert einen Wendepunkt nach Jahren der Kontroversen. Die Proteste fielen zwar kleiner aus als in früheren Jahren, doch ihre Darstellung wurde überwiegend positiv aufgenommen. Die Inszenierung selbst sorgte mit ihren provokanten künstlerischen Entscheidungen dafür, dass die Oper über die politischen Debatten hinaus Gesprächsstoff blieb.

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