24.000 Tonnen Giftmüll: Mann wegen illegaler Entsorgung vor Gericht
Isabella Reinhardt24.000 Tonnen Giftmüll: Mann wegen illegaler Entsorgung vor Gericht
Ein 63-jähriger Mann aus Unna muss sich wegen des Verdachts der illegalen Entsorgung von belastetem Erdreich von einer Baustelle der Deutschen Bahn (DB) vor Gericht verantworten. Im Zentrum des Falls stehen fast 24.000 Tonnen verunreinigtes Material, das mutmaßlich in Kiesgruben bei Kamp-Lintfort abgeladen wurde. Ermittlern zufolge wurde der Abfall zwischen Februar und November 2024 gezielt an ordnungsgemäßen Entsorgungswegen vorbeigeschleust.
Aktuell baut die Deutsche Bahn in Dortmund für rund 400 Millionen Euro ein ICE-Instandhaltungswerk, das Mitte 2027 in Betrieb gehen soll. Die Anlage soll täglich bis zu 17 Hochgeschwindigkeitszüge warten und wird als klimaneutrales Projekt beworben.
Der Angeklagte, der als "stellvertretender Betriebsleiter" für ein Recyclingunternehmen aus Soest tätig war, soll die illegale Entsorgung organisiert haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, gewusst zu haben, dass das belastete Erdreich nicht in den Gruben abgeladen werden durfte, den Deal aber dennoch vermittelt zu haben. In seiner Aktennotiz findet sich bereits eine frühere Haftstrafe wegen seiner Verstrickung in einen Skandal um die Entsorgung giftiger Ölpellets.
Rund 1.000 Lkw-Ladungen Erdreich verschwanden von der Baustelle und landeten in zwei Kiesgruben. Die Betreiber der Gruben behaupten, sie hätten nur unbelastetes Material angenommen – dies wirft Fragen nach der Kontrolle der Abfallentsorgung durch die DB auf. Der Fall rückt nun in den Fokus, ob das Unternehmen seinen Bauschutt rechtmäßig entsorgt.
Der Prozess deckt mögliche Schwachstellen in den Abfallmanagement-Verfahren der Deutschen Bahn auf. Angesichts von 24.000 Tonnen unsachgemäß entsorgtem, belastetem Erdreich prüfen die Behörden, wie es zu solchen großflächigen Verstößen kommen konnte. Das Urteil könnte künftig Auswirkungen auf die Überwachung großer Infrastrukturprojekte haben.






